Ausstellung Bittere Orangen

"Kennst Du das Land, wo die Zitronen blühn, im dunklen Laub die Goldorangen glühn..?" so schwärmte einst Goethe. Und wir verwöhnen unsere Sinne gerne mit dem Geschmack und dem Aroma leuchtend gelber Orangen.
Hand aufs Herz: Wer macht sich schon darüber Gedanken, wie diese Früchte vom süditalienischen Baum in unseren Früchtekorb kommen?
Die Ausstellung "Bittere Orangen" in der Michaelskirche geht dieser Frage auf den Grund. Dabei veranschaulicht der Kulturanthropologe Professor Gilles Reckinger als Kurator in Form von Fotografien und kurzen Texten die miserablen Lebensbedingungen afrikanischer Migranten nahe der Stadt Rosarno in Kalabrien.
Alleingelassen während des Asylverfahrens gibt es nur Arbeit in den Zitrusplantagen. Es ist eine neue Form der Sklaverei mitten in Europa.
12 Stunden Arbeit für rund 25 Euro. Tausende leben unter katastrophalen Bedingungen in Zeltlagern und Containerdörfern.
Die Fotografien zeigen, was Professor Gilles Reckinger auf seinen Reisen in die Stadt Rosarno zu Gesicht bekam.
"Bittere Orangen - Ein neues Gesicht der Sklaverei in Europa" (so der Titel seines Buches). Ziel der Ausstellung ist es, das Gesicht der Sklaverei in Europa, Migrationspolitik und Preisdruck in der Lebensmittelproduktion zu thematisieren.
Zudem sollen Verbraucher für den fairen Handel sensibilisiert werden.

Ausstellungeröffnung Donnerstag 24. Oktober 19.30 Uhr
Nach einem ersten Rundgang durch die Ausstellung erläutert der Weltladen Brannenburg das Konzept des fairen Handels.

"Der Marsch" - Film und Gespräch Donnerstag 7. November, 19.30 Uhr im Diakoniehaus

"Bittere Orangen" - Vortrag und Gespräch mit Professor Gilles Reckinger Donnerstag 14. November, 19.30 Uhr im Diakoniehaus